Präambel
Die GRÜNE JUGEND Mannheim sieht sich als Organisation zur Vernetzung und
Vertretung der jungen Grünen und grün-nahen Jugendlichen. Die politische Arbeit ist an
den Leitbildern Ökologie, zivile Konfliktbewältigung, Gleichberechtigung aller
Geschlechter, Schutz gesellschaftlicher Minderheiten, Solidarität, Basisdemokratie,
Antifaschismus und Antirassismus orientiert. Transparenz und Offenheit gehören zu den
Grundsätzen des politischen Handelns.
§ 1 Name und Sitz
(1) Die Organisation trägt den Namen „GRÜNE JUGEND Mannheim“ (GJMA).
(2) Sie steht in Partnerschaft zu Bündnis 90/Die Grünen Mannheim, ist aber
organisatorisch und inhaltlich unabhängig. Ihr Tätigkeitsbereich erstreckt sich auf
Mannheim.
(3) Die GRÜNE JUGEND Mannheim ist ein Kreisverband der Grünen Jugend Baden
Württemberg (GJBW) und des Bundesverbands der Grünen Jugend. Hierbei besitzt sie
Satzungs-, Personal-, und Programmautonomie.
(4) Der Sitz der GRÜNEN JUGEND Mannheim ist Mannheim.
§ 2 Aufgaben
Die GRÜNE JUGEND Mannheim stellt sich folgende Aufgabenfelder:
1. Politische und organisatorische Schulungs-, Bildungs- und Informationsarbeit
2. Zusammenarbeit mit außerparteilichen Jugendinitiativen und Interessengruppen
3. Kooperationen mit anderen politischen demokratischen Jugendorganisationen
4. Vertretung der Ziele und Grundsätze innerhalb der Jugend, Gesellschaft und der Partei entsprechend den geltenden Beschlüssen
§ 3 Mitgliedschaft
(1) Mitglieder der GJBW mit Wohnsitz in Mannheim sind automatisch auch Mitglieder der
GRÜNEN JUGEND Mannheim. Selbiges gilt für Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen bis
zum 30. Geburtstag, sofern sie dem nicht widersprechen.
(2) Die Mitgliedschaft in mehreren Kreisverbänden, sowie in anderen parteipolitischen
Organisation außer denen, die zu Bündnis 90/Die Grünen zählen, ist ausgeschlossen.
(3) Auf Wunsch kann beim Landesvorstand der GJBW die Mitgliedschaft in einem anderen
Kreisverband als dem des Wohnsitzes beantragt werden.
(4) Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss, mit dem 30. Geburtstag oder durch
Tod. Über einen Ausschluss entscheidet das Schiedsgericht der GJBW. Eine Berufung vor
dem Bundesschiedsgericht ist möglich, der ordentliche Rechtsweg bleibt unberührt.
(5) Die Mitarbeit von Nichtmitgliedern im GJ-Alter ist ausdrücklich erwünscht. Das aktive
und passive Wahl- und Stimmrecht ist Mitgliedern des Kreisverbands vorbehalten.
§ 4 Gliederung und Aufbau
(1) Die GRÜNE JUGEND Mannheim setzt sich aus Einzelmitgliedern zusammen.
(2) Organe der GRÜNEN JUGEND Mannheim sind die Mitgliederversammlung (MV), das
Aktiventreffen (AT), das Planungstreffen (PT) und der Vorstand.
§ 5 Mitgliederversammlung (MV)
(1) Die MV ist das höchste beschlussfassende Organ der GRÜNEN JUGEND Mannheim.
Sie setzt sich aus allen anwesenden Mitgliedern zusammen. Die MV wird jährlich als
Jahreshauptversammlung (JHV) einberufen. Weitere Mitgliederversammlungen werden
auf Antrag von vier Mitgliedern oder des Vorstandes einberufen.
(2) Die MV
- bestimmt die Grundlagen der politischen und organisatorischen Arbeit,
- nimmt Berichte entgegen und entlastet den Vorstand,
- beschließt über Anträge und Satzungsänderungen,
- wählt Ämter und vergibt Voten
- und berät und beschließt den Haushalt.
(3) Die MV ist beschlussfähig, wenn sie ordnungsgemäß, also mit einer Frist von zwei
Wochen unter Angabe der zu beratenden Punkte in Textform einberufen wurde und
mindestens 5% der Mitglieder bei der Versammlung anwesend sind.
(4) Beschlüsse der MV sind zu protokollieren und den Mitgliedern zugänglich zu machen.
§ 6 Aktiventreffen (AT)
(1) Die Aktiventreffen bestimmen die politische Arbeit der GRÜNEN JUGEND Mannheim
zwischen den Mitgliederversammlungen. Beschlüsse bedürfen der Anwesenheit von
mindestens vier Mitgliedern.
(2) Das Aktiventreffen
- beschließt über ständige Angelegenheiten,
- kontrolliert den Vorstand,
- trägt zur politischen Meinungsbildung bei.
(3) Der Vorstand soll die Mitglieder rechtzeitig über das Stattfinden des AT informieren.
§ 7 Planungstreffen
(1) Planungstreffen stehen allen Interessierten offen. Die Mitglieder sind rechtzeitig vom
Vorstand über ihr Stattfinden zu informieren.
(2) Das Planungstreffen dient der Vor- und Nachbereitung der Arbeit der GRÜNEN
JUGEND Mannheim, insbesondere organisatorischer Aspekte. Beschlüsse bedürfen der
Anwesenheit von mindestens vier Mitgliedern.
(3) Weitreichende Entscheidungen sind dem AT und der MV vorbehalten.
(4) Die Ergebnisse des Planungstreffen sind den Mitgliedern bekannt zu machen.
§ 8 Vorstand
(1) Der ehrenamtlich tätige Vorstand führt die laufenden Geschäfte im Rahmen der
Satzung und Beschlüsse. Er vertritt die GRÜNE JUGEND Mannheim gegenüber
Bündnis90/Die Grünen und der Öffentlichkeit. Er soll regelmäßig den Landesvorstand der
GJBW über seine Arbeit informieren.
(2) Der Vorstand wird für die Dauer von einem Jahr gewählt. Die Amtszeit endet durch
Wahl eines neuen Vorstandes. Scheidet ein Mitglied des Vorstandes vor Ablauf der
Amtszeit aus, muss auf der nächsten Mitgliederversammlung eine Nachwahl stattfinden.
Die Amtszeit nachgewählter Vorstände endet mit der des übrigen Vorstandes.
(3) Die sechs gleichberechtigten Vorstandsmitglieder teilen die Aufgabenbereiche
Finanzen, FLINTA*- und Genderpolitik, Vielfaltspolitik, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung
sinnvoll und ausgewogen untereinander auf. Ferner koordinieren sie Aktiven- und
Planungstreffen sowie weitere organisatorische Belange. Die Zuständigkeiten des
Vorstands können durch das Aktiventreffen verändert werden. Geteilte sowie gehäufte
Zuständigkeiten sind möglich. Sollten sich die Vorstandsmitglieder nicht einstimmig auf
eine Aufgabenverteilung einigen können, ist diese vom Aktiventreffen zu wählen.
(4) Zusammensetzung und Aufgabenverteilung des Vorstands sowie Änderungen sind den
Mitgliedern, dem Landesvorstand der GJBW sowie dem Kreisvorstand von Bündnis 90/Die
Grünen Mannheim mit einer Frist von vier Wochen mitzuteilen. Im gleichen Zeitraum sind
die Beauftragten über ihre Ansprechperson im Vorstand zu informieren.
(5) Der Aufgabenbereich FLINTA*- und Genderpolitik muss von einer FLINTA*-Person, der
Aufgabenbereich Finanzen von einer voll geschäftsfähigen Person besetzt werden. Der
Aufgabenbereich Vernetzung wird quotiert als geteilte Zuständigkeit vergeben.
(6) Die Mitglieder wählen zuerst den:die Schatzmeister:in, danach jeweils gesammelt die
weiteren Vorstandsmitglieder, erst die FLINTA*-Plätze, dann die offenen Plätze.
(7) Der Vorstand muss jährlich und auf Antrag einer MV einen politischen und
organisatorischen Rechenschaftsbericht sowie einen Finanzbericht, FLINTA*-Bericht und
Vielfalts-Bericht vorlegen.
(8) Vorstandsmitglieder können von der MV entweder einzeln oder gemeinsam durch
Misstrauensvotum mit 2/3-Mehrheit abgewählt werden.
§ 9 Beauftragte
(1) Beauftragte ergänzen die Arbeit des Vorstands in einem festgelegten Bereich.
(2) Die Bereiche sowie deren Verantwortlichkeiten werden vor Eintritt in die Wahlgänge
durch Abstimmung festgelegt und können durch die Mitgliederversammlung verändert
werden. Vorschläge für Bereiche können von jedem Mitglied gemacht werden.
(3) Für jeden Bereich können bis zu zwei Personen gewählt werden. Mitgliedschaft wird
nicht vorausgesetzt. Mitglieder des Vorstands können keine Beauftragten sein. Die
Gesamtheit der Beauftragungen muss quotiert sein.
(4) Die Amtszeit endet, so nicht anders festgelegt, mit der Jahreshauptversammlung oder
durch vorzeitige Auflösung. Bei unbesetzten Plätzen erfüllt der Vorstand die Aufgaben.
§ 10 Awarenessteam (AwT)
(1) Das Awarenessteam ist Ansprechpartner für Menschen mit Redebebarf oder die sich
unwohl oder diskriminiert fühlen. Es handelt im Interesse der Betroffenen. Zudem soll es
auf die Grundstimmung bei Veranstaltungen und im Kreisverband achten und bei Bedarf
intervenieren. Es ist Aufgabe aller Mitglieder auf respektvollen Umgang, angemessene
Diskussionskultur und gegenseitige persönliche Grenzen zu achten.
(2) Das Awarenessteam besteht aus zwei Mitgliedern. Bei Bedarf, wie Befangenheit oder
Abwesenheit eines Mitglieds des Awarenessteams bestimmt der Vorstand eine
Stellvertreterin. Vorstandsmitglieder sind von diesem Amt ausgeschlossen.
(3) Das Awarenessteam wird durch eine Mitgliederversammlung gewählt. Die Amtszeit
endet mit der nächsten Jahreshauptversammlung.
(4) Das Awarenessteam verpflichtet sich zu Vertraulichkeit in sämtlichen Belangen, die im
Rahmen ihrer Tätigkeit an sie herangetragen werden. Davon ausgenommen sind mit den
Betroffenen abgesprochene Interventionen sowie die Einschaltung der Polizei bei Eigen
oder Fremdgefährdung. Bei Unsicherheiten darf sich das Awarenessteam anonym an
entsprechende Beratungsstellen wenden.
§ 11 Arbeitskreise (AKs)
(1) Die Mitglieder sind berechtigt, sich in Arbeitskreisen zusammen zu schließen. Sie sind
dazu angehalten, regelmäßig den übrigen Mitglieder über ihre Arbeit zu berichten.
(2) Über Aufgabe, Themengebiete und reguläre Arbeit entscheiden die Mitglieder intern.
(3) Die Mitglieder können sich dazu entscheiden, bis zu zwei Koordinator*innen für den
Arbeitskreis zu wählen. Die Gesamtheit aller Koordinatorinnen muss quotiert sein.
§ 12 Finanzen
(1) Die Verwaltung der Finanzen obliegt demder Schatzmeister*in. Er*Sie ist als
Alleinverantwortlicher berechtigt, Verträge zur Vermögensverwaltung abzuschließen.
(2) Auf der JHV, sowie auf Antrag durch MV, AT oder PT berichtet derdie Schatzmeister*in
über die Verwendung der Finanzen.
(3) Grundlage der Finanzverwaltung ist der von der MV beschlossene Haushaltsplan.
Umschichtungen der verschiedenen Budgets und Einzelausgaben ab einem Betrag von
400 € bedürfen der Zustimmung von MV, AT oder PT. Sonstige Ausgaben obliegen der
Verantwortung des*der Schatzmeisterin in Absprache mit dem Vorstand.
(4) Die GRÜNE JUGEND Mannheim bekennt sich zu den Grundsätzen des
Genderbudgetings, worüber der*die Schatzmeister*in der MV berichtet.
§ 13 FLINTA*-Statut
(1) Alle gewählten Gremien, Organe und Präsidien, gleichberechtigten Ämter der
GRÜNEN JUGEND Mannheim sind mindestens zur Hälfte mit FLINTA*- (Frauen*, Lesben,
inter*, trans*, nicht-binäre und agender*) Personen zu besetzen.
(2) Auf Wunsch einer FLINTA*-Person oder TINA*- (trans*, inter*, nicht-binär, agender*)
Person kann ein FLINTA*-Forum einberufen werden. Die anwesenden FLINTA*- Personen
beraten dann bis zu einer Stunde lang in Abwesenheit der weiteren Mitglieder und teilen
danach das Ergebnis dem gesamten Gremium mit. Das FLINTA*-Forum gilt als Teil des
jeweiligen Gremiums. Alle Entscheidungen erfolgen mit einfacher Mehrheit.
Das FLINTA*-Forum hat folgende Kompetenzen:
- Freigabe eines offenen Platzes: Kann ein FLINTA*-Platz nicht besetzt werden,
kann es den verbliebenen offenen Platz zur Wahl freigeben. Wird die Freigabe
abgelehnt, bleibt auch dieser Platz unbesetzt. Bei Genehmigung soll sich der
Vorstand
um die Nachbesetzung des FLINTA*-Platzes bemühen.
- FLINTA*-Votum: Ein FLINTA*-Votum ist eine nicht bindende Empfehlung zu
einem Antrag. Wenn die Abstimmung der Versammlung davon abweicht, wird das
FLINTA*-Votum, sofern nicht anders beschlossen, zum FLINTA*-Veto.
- FLINTA*-Veto: Bei einem Veto kann der Antrag erst bei der nächsten
Versammlung wieder eingebracht werden.
(3) Bei Diskussionen soll das Recht von FLINTA*-Personen auf mindestens die Hälfte der
Redezeit gewährleistet werden.
(4) Alle Veröffentlichungen sind in geschlechtergerechter Sprache zu erstellen. Dabei soll
auch die Vielgeschlechtlichkeit deutlich gemacht werden.
(5) Bei Veranstaltungen wird angestrebt, dass FLINTA*-Personen mindestens die Hälfte
der Teilnehmenden ausmachen. Bei begrenzter Anzahl von Plätzen, ist die Hälfte bis zu
einem Stichtag für FLINTA*-Personen zu reservieren. Auch bei Referent*innen sollen
FLINTA-Personen mindestens die Hälfte ausmachen.
(6) Referent*innen sind dazu angehalten, die Pronomen der Teilnehmenden zu achten.
TINA-feindliche Aussagen werden nicht toleriert. Bei Missachtung sind restriktive
Maßnahmen möglich. Bei Angeboten für FLINTA*-Personen sollen auch TINA*-spezifische
Themen und weitere intersektionale Perspektiven beachtet werden.
§ 14 Allgemeine Bestimmungen
1) Abstimmungen sind grundsätzlich offen durchzuführen, auf Antrag eines Mitglieds
jedoch geheim. Wahlen sind immer geheim durchzuführen. Wahlen in unterschiedliche
Ämter erfolgen in einzelnen Wahlgängen, Wahlen in gleiche Ämter in einem Wahlgang.
(2) Grundsätzlich erfordern Wahlen und Abstimmungen im ersten Wahlgang eine einfache
Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Gibt es mehr Bewerber*innen als Plätze,
wird die Stimmenzahl auf 2/3 der Anzahl zu besetzenden Plätze reduziert. Gewählt ist
dann, wer die meisten, mindestens aber 20% der gültigen, Stimmen erhält. Abweichende
Verfahren können von der Mitgliederversammlung beschlossen werden.
(3) Diese Satzung kann mit einer 2/3-Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen
beschlossen, geändert oder aufgehoben werden, wenn die Anträge eine Woche vor MV
eingereicht und den Mitgliedern weitergeleitet wurden. Änderungsanträge und sonstige
Anträge sind noch nach Aufruf des Tagesordnungspunkts möglich. Alle Anträge treten mit
ihrem Beschluss in Kraft.
(4) Zu jeder Entscheidung eines Organs, außer der Mitgliederversammlung, ist mit offener
Abstimmung ein Votum zu treffen. Am Ende der Sitzung stimmen die anwesenden
Mitglieder gesammelt über die Ergebnisse der Voten ab. Mit einer 2/3-Mehrheit sind alle
Beschlüsse angenommen. Wird sie verfehlt, wird über alle Entscheidungen einzeln
abstimmt. Wird ein Votum von der Versammlung ausgeschlossen oder sind nur Mitglieder
anwesend, findet dieser Absatz keine Anwendung.
(5) Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
(6) Alle Organe der GRÜNEN JUGEND Mannheim tagen grundsätzlich öffentlich. Die
Mitglieder können Personen sowie die Öffentlichkeit mit 2/3-Mehrheit ausschließen.
(7) Die Mitgliederversammlung kann Kandidaturen für Ämter und Mandate in anderen
Organisationen, insbesondere Bündnis 90/Die Grünen Mannheim politisch unterstützen
(Votum). Ein Votum berechtigt dazu, es bei der Bewerbung anzuführen und damit zu
werben. Vor der Vergabe muss die Anzahl der Voten nach dem FLINTA-Statut festgelegt
werden. Das Wahlverfahren folgt den Vorgaben aus Absatz (2).
§ 15 Auflösung
(1) Die Auflösung der GRÜNEN JUGEND Mannheim kann nur durch eine eigens dafür
einberufene MV mit 3/4-Mehrheit beschlossen werden.
(2) Das Restvermögen fällt, so die MV nicht anders beschließt, an Bündnis 90/Die Grünen
Mannheim mit der Auflage, es zur Förderung der Jugend in der Partei zu verwenden.
(3) Der Landesvorstand der GJBW ist über die Auflösung zu informieren
Stand: 20.10.2026