Bildung für alle
Wir bestehen auf eine Bildung, deren Qualität nicht davon abhängig ist, wo ein Mensch geboren wurde oder wie viel Geld die Eltern haben. Unser jetziges Bildungssystem setzt immer noch zu sehr auf Ideale des letzten Jahrhunderts und Leistungserwartungen, die den Anforderungen unserer aktuellen Zeit nicht länger gerecht werden.
Im Zentrum des Bildungssystems muss der*die Schüler*in als Individuum stehen. Stärken und Schwächen der einzelnen Person sollen im Unterricht aufgegriffen werden. Schüler*innen sollen dazu motiviert werden, ihre eigenen Interessen und Potenziale zu entdecken und auszuschöpfen. Der Frontalunterricht ist durch geführtes Lernen mit Möglichkeiten zur Selbsterarbeitung von Inhalten zu ergänzen.
Lebenslang gut lernen
Frühkindliche Bildung ist zu priorisieren und eine umfassende Kinderbetreuung ist sicherzustellen, um Kindern einen möglichst gleichen Start in die Schule zu ermöglichen. Dazu braucht es ausreichend KITA-Plätze, die zudem kostenlos angeboten werden müssen, um allen Kindern den KITA-Besuch zu ermöglichen und ihre Eltern zu entlasten.
Um einen Einstieg in den späteren Lebensabschnitt zu erleichtern, soll die Berufsorientierung gefördert und verschiedene Werdegänge wie Ausbildung oder Studium aufgezeigt werden. Auch die Lehrplaninhalte müssen stärker auf spätere Berufsfelder und das Leben als Erwachsener ausgerichtet werden. In jeder weiterführenden Schulform ist deshalb der Unterricht durch Wahlfächer wie Hauswirtschaft, Werken, Kochen usw. zu ergänzen.
Bildung endet nicht mit dem Schulabschluss. Wir wollen eine Berufsbildung, die allen jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gleiche Chancen und echte Zukunftsperspektiven bietet. Berufliche Ausbildung muss gesellschaftlich ebenso anerkannt und wertgeschätzt werden wie ein Studium. Dafür setzen wir uns für moderne Berufsschulen, eine hochwertige Ausbildungsqualität, faire Ausbildungsvergütungen und gute Arbeitsbedingungen ein. Kein junger Mensch darf aufgrund finanzieller Hürden oder fehlender Unterstützung an einer Ausbildung scheitern. In Mannheim wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben und der Stadt stärken, um junge Menschen bestmöglich auf eine sich wandelnde Arbeitswelt vorzubereiten. Dabei müssen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Mitbestimmung fest in der Berufsbildung verankert sein. Auch Weiterbildungsangebote im Beruf müssen ausgebaut und gefördert werden.
Gerecht lernen
Um eine gerechtere Bewertung der Leistungen von Schüler*innen zu erreichen, fordern wir eine Umstrukturierung des Bewertungssystems. Mündliche Noten sind aufgrund ihrer Subjektivität geringer zu gewichten, schriftliche Noten sollen nicht länger nur über Klausuren ermittelt werden, sondern auch über projektbasierte Leistungsfeststellungen. Bis zum Erreichen der Mittelstufe ist ganz auf eine Benotung zu verzichten und durch eine schriftliche Evaluation zu ersetzen. Generell sehen wir den starken Fokus auf Noten als Aussage der Leistungsfähigkeit von Schüler*innen kritisch. Hier braucht es ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, um von Notenfokussierung und Leistungsdruck los zu kommen.
Um klassistische Strukturen abzubauen, sollen Gemeinschaftsschulen konsequent ausgebaut werden. Auch das Startchancen-Programm muss stärker gefördert werden. Die Arbeitsbelastung von Lehrkräften ist durch den Ausbau von Schulsozialarbeit zu senken. Besonders neurodivergente Schüler*innen erleben den Schulalltag als besonders herausfordernd. Um diese Ungleichheit auszugleichen, fordern wir die Einrichtung von Rückzugsorten wie beispielsweise Ruheräume.
Gleichzeitig muss unser Schulsystem ein Bildungsangebot schaffen, mit dem sich Schüler*innen identifizieren können. Literatur im Unterricht muss durch moderne und feministische Werke ergänzt werden. Ebenso müssen auch die geisteswissenschaftlichen Fächer Bezug auf aktuelle Ereignisse nehmen und zu aktivem demokratischen Engagement motivieren. Ehrenämter müssen stärker in ihrem gesellschaftlichen Mehrwert betont werden.
Kultur fördern
Kultur ist eine wichtige Möglichkeit zur sozialen Inklusion. Damit jeder an diesem Angebot teilhaben kann, fordern wir eine Wiedereinführung des Kulturpasses mit gleichzeitiger aktiver Bewerbung verschiedener Kulturbereiche. Gleichzeitig muss Kultur konsequent barrierefrei, jedoch mindestens barrierearm ausgestaltet werden. Zur Stärkung der Diversität sollen vor allem kleine Kulturangebote gefördert werden, um das Angebot vor Ort und abseits der Zentren zu stärken. Dazu gehören auch niedrigschwellige Kulturangebote, die von klassischen Kulturstätten wie Theater und Museum unabhängig sind und meist näher der Lebensrealität und den Bedürfnissen vielfältiger und breiter Nutzergruppen entsprechen.
Gleichzeitig bedürfen auch etablierte Kulturinstitutionen einer planbaren und auskömmlichen Förderung. Um nicht lediglich ein Prestigeobjekt für die soziale Elite zu sein, müssen sie ihr Angebot auch kontinuierlich an die Bedürfnisse aller sozialen Schichten ausrichten und ihnen eine barrierearme Nutzung ermöglichen.
Einen unverzichtbaren Beitrag zum kulturellen Leben, oft unabhängig von wirtschaftlichen Verhältnissen und sozialer Herkunft, leisten vor allem Vereine, egal ob Sport-, Kultur- oder Hobbyverein. Sie alle verdienen gesellschaftliche Würdigung sowie eine staatlich gesicherte Unterstützung und einen unbürokratischen Handlungsrahmen.
Für Mannheim bedeutet das…
Mannheim ist 2040 eine Stadt, in der jedes Kind unabhängig von Herkunft die gleichen Bildungschancen erhält. Kitas und Schulen sind Orte des Lernens, der Gemeinschaft und der individuellen Förderung. Berufsbildung eröffnet jungen Menschen vielfältige Perspektiven und ermöglicht ihnen einen selbstbestimmten Berufsstart. Kultur ist für alle zugänglich und nicht vom Geldbeutel abhängig. Unsere Vereine werden als Orte der Begegnung, Kreativität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts gestärkt. So gestalten wir ein Mannheim, in dem Bildung und Kultur allen offenstehen und jede Person die Möglichkeit hat, ihre Fähigkeiten zu entfalten und das Zusammenleben aktiv mitzugestalten.